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Kräutertherapie



Die Kräuterheilkunde (Phytotherapie)

Die Kräuterheilkunde ist wahrscheinlich ebenso alt wie die Menschheit selbst. Wurden einzelne Pflanzen und Pflanzenteile vermutlich unbewusst und instinktiv, wie es auch heute noch im Tierreich passiert, gegessen, wenn es körperliche Probleme gab, so wurden Erfahrungen mit der Zeit weitergegeben und später auch aufgezeichnet und so systematisch angewandt.

Dennoch nimmt es auch heute noch Wunder, wie verschiedene angewandte Drogen und ihre Wirkungsweise erfasst wurden. So finden etwa in der Kräuterheilkunde der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) rd. 3000 Kräuter ihre Anwendung. Dabei sind durchaus nicht alle Mittel wirklich Kräuter in unserem Sinn, sondern umfassen auch tierische Produkte wie die bekannten Tigerknochen, aber auch Regenwürmer oder Kakerlaken. Eines dieser rd. 3000 „Kräuter“ sind die Exkremente des Flugeichhörnchens. Können sie sich vorstellen, wie man dazu kommt, diese auszuprobieren und in der Folge systematisch anzuwenden?

Die Hochblüte erlebte die Kräuterheilkunde in unserem Kulturkreis im ausgehenden Spätmittelalter und hier speziell in den Klöstern. Mit der Zeit der Aufklärung, der Herausbildung der Naturwissenschaften und in der Folge durch Verwissenschaftlichung der Heilkunde durch universitäre Forschung und Lehre verloren nicht nur die Klöster an Einfluss. Auch die Kräuterheilkunde wurde zunehmend durch künstlich hergestellte Pharmazeutika abgelöst und viel von dem vorhandenen Wissen ging verloren.

Heute erlebt die Kräuterheilkunde eine gewisse Renaissance, wenngleich die Pharmaindustrie versucht, diese Abkehr von ihren Produkten zumindest noch so für sich zu nutzen, dass sie pflanzliche Wirkstoffe extrahiert bzw. auch künstlich herstellt um diese gleichsam als das besser Produkt – besser noch als das Orginal – an den Mann zu bringen.
Vergessen darf man dabei aber nicht darauf, dass Kräuter zwar einen (oder vielleicht auch mehrere) Hauptwirkstoff(e) besitzen, der aber durch verschiedene Begleitsstoffe ergänzt wird, welche die Wirkweise vielleicht sogar noch verstärken können, oder aber Nebenwirkungen entgegenwirken können. In jedem Fall handelt es sich um eine komplizierte vernetzte Wirkung die durch Extraktion (und noch viel mehr durch künstliche Herstellung) verloren geht.

Dennoch sei auch an dieser Stelle angemerkt, dass auch Kräuter – ebenso wie pharmazeutische Produkte – negative Auswirkungen haben können, wenn sie falsch eingesetzt werden. Denn jedes Kraut hat eine Wirkung und damit auch eine potentielle Nebenwirkung, wenn sie nicht entsprechend Anwendung findet.

 

Dr. univ. med. Josef A. Egger  -  Arzt für Allgemeinmedizin  -  A-5721 Piesendorf  -  Grabenweg 35  -  Tel 0043 (0)6549/7442-0  -  Fax -15  -  info@doc-uni.at